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Anreise und Christchurch

Nach einem Flug mit Air New Zealand von Perth über Auckland (Dauer 8h) und dann weiter nach Christchurch (Dauer 1h 20min) begann unser (nächstes) Abenteuer am anderen Ende der Welt. Doch vorher gab es beim Abflug in Perth noch ein paar Schwierigkeiten. Der erste Anflug von Ärger wegen Verspätung unseres Flugs verflüchtigte sich schnell, dazu kam es so…: In Perth hatten wir beide unsere Koffer auf optimistische 23kg gepackt, am Flughafen hatte aber meiner plötzlich 24kg und das gefiel der Dame am Check-in Schalter gar nicht. Ich hatte also entweder die Wahl, für die gesamten 4kg Übergepäck zu zahlen oder einfach ein wenig ins Handgepäck umzupacken – hatte ich geglaubt. Doch plötzlich meinte die Dame, wir sollen doch bitte auch unsere Handgepäcksstücke wiegen lassen und da wurde uns klar, dass wir in ernsthaften Schwierigkeiten waren. Bis dato wurde unser Handgepäck noch nie (!) gewichtskontrolliert – Größe klar, aber Gewicht? Und wir sind doch schon ein wenig herumgekommen. Air New Zealand erlaubt (wie wir am Flughafen erfuhren) nur 7kg pro Handgepäck. Und kontrolliert. Knallhart. Mein Trolley hatte 12kg und Tobias’ stolze 16kg! Tja, sowas löst sich nicht plötzlich in Luft auf. 😉

Nach einiger Überzeugungsarbeit – wir erklärten, dass wir zu dem Zeitpunkt bereits seit Monaten in Australien waren und entsprechend viel “Zeug” (Andenken, Kleidung, Uni-Material, usw.) hatten – waren die Damen so nett und genehmigten uns 30kg pro Koffer, weil wir ja gaaaaaaaaanz viel Sportgepäck dabei hatten. Dafür gibt es per Sonderregelung 10kg extra (eigentlich für Tauchausrüstung und Golfschläger, wir hatten natürlich außer Sportschuhen und unserer Fitnesskleidung nichts dieser Art dabei). Die Bedingung war, dass wir nur unbedingt unsere Trolleys auf 7kg reduzieren mussten – was wirklich schwer war. Alleine unsere Notebooks und die Kameraausrüstung von Tobias hatten ein Gewicht – unvorstellbar! Naja, jedenfalls schafften wir nach 30 min umpacken und ausmisten das Unglaubliche und konnten endlich einchecken. In diesem Fall waren wir dann über die 3,5h Flugverspätung froh. Und über die allgemein freundliche und entgegenkommende Art der Aussies!

Der Flug an sich war extrem angenehm – so viel Beinfreiheit hatten wir auf noch keinem Flug, Daumen hoch für Air New Zealand! In Auckland angekommen gab es gleich nochmal Probleme mit Tobias’ Trolley (wir hatten die Notebooks in meine “Handtasche” umgepackt, um sie später wieder zurück in die Trolleys zu tun), denn NACH Kontrolle des Tickets und Bruchteile VOR dem Betreten der Gangway kam wie aus dem Nichts eine Stewardess und nahm Tobias den Trolley aus der Hand. “Der ist aber eindeutig schwerer als 7kg” – na bitte, das hatte dann echt gereicht – also Notebook wieder raus und im Arm tragen…

Gemeinsam mit dieser Aktion und der Tatsache, dass unser Flug von Australien ja Verspätung hatte, verpassten wir unseren Anschlussflug nach Christchurch – also hieß es den nächsten nehmen. Schlussendlich sind wir aber gut in Christchurch angekommen. Anschließend ging es vom Flughafen mit dem Taxi zur Unterkunft (Heartland Hotel Cotsworld). Dort kurz ein paar Sachen ausgepackt, machten wir uns zu Fuß in die Innenstadt auf – ausgerüstet mit Stadtplan (ganz Touristen-like), Kamera und Videokamera.

Christchurch entpuppte sich als hübsche Stadt mit etwa 376.000 Einwohnern (damit die zweitgrößte Stadt von Neuseeland hinter Auckland), mit wunderschönen Gartenanlagen und einer quirligen Innenstadt, die sehr britisch wirkt. Alles ist sehr sauber und grün, die Menschen ein bunter Mix aus allen möglichen Nationalitäten (besonders viele Asiaten). Ein paar Sonderheiten lassen einen schon mal vor Verwunderung die Augenbrauen hochziehen:

– So gibt es mitten in der Innenstadt einen wunderschön angelegten Kanal, auf dem man wie in Venedig im Boot herumkutschiert werden kann. Da steht sogar einer hinten drauf, ist angezogen als wäre er der Vergangenheit entsprungen (inkl. Hut mit Band) und befördert das Boot wie seine Kollegen in Venedig den Kanal entlang. Die einzigen beiden Unterschiede: es wird englisch statt italienisch gesprochen und es wird dabei nicht gesungen, sondern von der Stadt erzählt.

– Am “Stadtplatz” trifft man hin und wieder auf Leute, die gerne laut und deutlich ihre Meinung zu gerade aktuellen Themen kundtun. So kommt zB. ein ehemaliger Soziologieprofessor regelmäßig dorthin, “bewaffnet” mit einer kleinen Trittstufe, auf die er sich dann stellt und eben lauthals über aktuelle Dinge, die ihm nicht gefallen, redet. Wir haben selbst so einen “Redner” gesehen, sind uns aber nicht ganz sicher, ob das wirklich der “berühmte” ehemalige Professor war – aber laut aufgeregt hat er sich jedenfalls. ;-)

– Christchurch besitzt noch eine uralte (naja, für Neuseeland halt uralt) Straßenbahn, von denen noch 3 Waggons eingesetzt werden. Damit kann man eine schöne kleine Tour um den Stadtkern machen (was wir dann auch gemacht haben) und dabei vom Straßenbahnfahrer alles Wichtige entlang der Strecke erklärt bekommen. Abends fährt ein eigener Restaurantwaggon durch die Stadt, in dem richtig feine Menüs serviert werden. Wir hätten uns das gerne geleistet, aber leider war unsere Reservierung vor ein paar Tagen bereits zu spät, weshalb wir keinen Platz mehr bekamen. Aber ich stelle mir das richtig nett vor – so am Abend im Waggon zu sitzen, nett zu speisen und dabei ein paar Runden durch die abendlich beleuchte Stadt zu fahren.

So und hier nun die folgenden Tage (der Südinsel) im Überblick: