Am Dienstag räumten wir bereits um 8 Uhr unsere Unterkunft, um für die vor uns liegenden 600 km nach Tom Price genügend Zeit zu haben. Außerdem wollten wir ja nach Exmouth auf der anderen Seite noch einen Ausflug in den Shothole Canyon des Cape Range National Parks machen. Bereits um halb zehn hatte das Thermometer 36 Grad erreicht, was uns Schlimmes befürchten ließ. Auf dem Weg weg von der Küste in die Pilbarra erreichte die Außentemperatur stolze 40 Grad. Doch plötzlich wurde der Himmel grau und der darauffolgende – wenn auch kurze – Regenschauer kühlte die Luft auf 27 Grad ab (kann man hier überhaupt von abkühlen sprechen?). Da jedoch die Gegend hier so extrem trocken ist, kann der Boden plötzlichen Regen nur sehr schlecht aufnehmen, was in dieser Gegend zu schnellen Überflutungen führen kann. Deshalb sind auch an sehr vielen Stellen diesbezüglich Warnschilder zu finden.

Als wir nach dem Mittagessen in einem Roadhouse (bei erneuten 38 Grad) weiter Richtung Tom Price fuhren, hatten wir die Möglichkeit entweder 121 km weiter auf der asphaltieren Schnellstraße oder 68 km auf einer “Dirt Road” weiterzufahren. Ihr könnt natürlich leicht erraten, für welche Variante wir uns entschieden haben. So düsten wir die letzten knapp 70 km auf einer roten Piste dahin (eine völlig offizielle Straße mit Schildern), die an einigen Stellen riesige Wasserpfützen (es hatte wohl auch hier gerade geregnet) aufwies. Natürlich ließ ich mir den Spaß nicht nehmen und wir fuhren direkt durch diese hindurch, wodurch das Wasser links und rechts nur so spritzte! Da auch die Landschaft immer schöner wurde (wesentlich grüner und einige Hügel in den verschiedensten Rot- und Grautönen), hat es sich auf alle Fälle ausgezahlt diese Alternativroute zu nehmen.

In Tom Price angekommen, mussten wir erstmal tanken, da uns tatsächlich fast der Sprit ausgegangen war. Danach machten wir uns gleich auf zu unserer Unterkunft, die sich – wie in Exmouth – in einem Wohnwagenpark befand. Gott sei Dank erlebten wir hier eine positive Überraschung, was uns nach Exmouth nur recht sein konnte. Nicht nur, dass die Unterkunft passte (eine sogenannte “Cabin” mit Küche, Bad und zwei Schlafzimmern), auch die Anlage selbst wart wirklich toll. Überall fliegen, sitzen und laufen Kakadus und sogar zwei Kängurus hüpften zwischen den Wohnwagen und Cabins herum.

Morgen werden wir den Karijini National Park (der zweitgrößte Nationalpark von Western Australia) unsicher machen. Hoffentlich halten sich die Temperaturen in Grenzen, damit wir nicht gleich nach 30 Minuten wandern völlig erschöpft zusammenbrechen.