Für heute haben wir uns bereits gestern Abend im Ort (Exmouth) bei einer der Tauchschulen drei Sets (Schnorchel, Tauchbrille und Flossen) ausgeborgt (pro Set für nur 5 EUR), um heute gleich nach dem Aufstehen zur Turquoise Bay zu fahren. Diese Bucht, die sich etwa auf halber Höhe im Cape Range National Park befindet, bietet die tolle Möglichkeit das Ningaloo Reef sozusagen direkt vom Strand aus zu erkunden.

Das Ningaloo Reef liegt nämlich im Gegensatz zum Great Barrier Reef an vielen Stellen nur etwa 20m vom Strand entfernt. So schnallten wir uns also einfach nur die Ausrüstung um, stiegen ins Wasser und kaum ein paar Schwimmbewegungen gemacht, entdeckten wir bereits die ersten Fische. Doch was uns daraufhin erwartetet – das hatten wir uns nie und nimmer eträumt. Natürlich haben wir gelesen, dass es wunderschön und der Fischreichtum angeblich sogar höher als im Great Barrier Reef sein soll, doch was nun folgte, verschlug uns ganz schön die Sprache.

Wir konnten so viele verschiedene Fische beobachten, dass ich schnell aufhörte die verschiedenen Arten zu zählen. Ich kam mir ständig wie in einem riesigen Aquarium vor, die buntesten und schönsten Fische, die ich je gesehen habe. Beim ersten Schnorchelgang verschossen Tobias und ich (wie ich später feststellen musste leider) bereits alle 27 Fotos mit der Wegwerf-Unterwasserkamera, die wir bereits in Perth extra dafür gekauft hatten*. Zurück am Strand entdeckten wir ein Emu, das Abkühlung im Meer suchte und ein paar Schildkröten, die ganz nah am Strand schwammen. Nach dem zweiten Schnorchelgang fuhren wir mittags zurück in die Unterkunft, da es bereits 39 Grad erreicht hatte und wir es in der Sonne nicht mehr aushielten.

Gegen 15 Uhr konnte ich die beiden überreden, noch einmal Schnorcheln zu fahren. Überreden deshalb, weil es doch 30 min Autofahrt von unserer Unterkunft entfernt war und die Hitze immer noch unerträglich war. Wieder angekommen an der Turquoise Bay, entschieden wir uns diesmal für einen anderen Strandabschnitt und sollten dafür belohnt werden. Denn hier war das Korallenriff noch schöner und als ich plötzlich einen Stachelrochen entdeckte, konnten wir unser Glück kaum fassen. Als dann plötzlich ein zweiter Rochen direkt unter uns durchtauchte, verschlug es uns den Atem. Fischschwärme in allen möglichen Farben und Formen umgaben uns und wir ließen uns von der Strömung einfach treiben.

Kaum hatte Tanja den Rückweg an den Strand angetreten und Tobias und ich uns noch ein wenig im Korallenriff “umsahen”, blieb mir plötzlich fast das Herz stehen. Ein Riffhai schwamm ganz nah an uns vorbei! Gut, dass uns Tanja gerade noch ein paar Stunden zuvor vorgelesen hatte, wie wir bei solch einer Begegnung reagieren sollten. Ich hatte – und das gebe ich ganz ehrlich zu – schon etwas Panik und wollte am liebsten ganz schnell wegschwimmen, doch Tobias hielt mich fest und so trieben wir ganz regungslos im Wasser. Erst später am Strand erfuhr ich von Tobias, dass genau dahinter noch ein zweiter Hai geschwommen war, aber den hatte ich (wohl Gott sei Dank) nicht entdeckt.

Als der erste Schock vorbei war, freute auch ich mich wahnsinnig über diese “Begegnung”, denn Riffhaie sind – zumindest nach den Schildern am Strand – für Menschen relativ ungefährlich, solange man sich nicht völlig falsch verhält. Da wir leider die Schnorchelausrüstungen bis spätestens 18 Uhr zurückgeben mussten, verließen wir um 17 Uhr den Strand. Auf dem Rückweg konnten wir einige Kängurus,  Echsen und sogar Wildpferde im National Park beobachten. Nach der Rückgabe genossen wir noch wunderbare Fish & Chips im Ort und danach belagerten wir unsere “eigene” Veranda – nicht ohne vorher einen Stop im Liquor Store gemacht zu haben und ein wenig was zu trinken für den Abend zu kaufen. Bei Vollmond genossen wir also ein wenig Alkohol auf der Veranda und ließen den Tag Revue passieren.

* Leider bereuten wir es im Nachhinein furchtbar, dass wir gemeinsam mit der Schnorchelaustrüstung nicht die angebotene digitale Unterwasserkamera ausgeborgt hatten, da so gut wie keines der Fotos mit unserer Wegwerfkamera etwas geworden ist 🙁 Wir hatten uns damals davor gescheut, da der Verleiher eine Barkaution von 500 AU$ verlangt hatte.