Der zweite Tag führte uns von Pemberton in den Warren National Park – wo wir alle drei riesen Mut bewiesen, weiter in den Narnup National Park – wo es für uns in luftige Höhen ging, weiter in den William Bay National Park – um unter anderem ein paar Elefanten zu bewundern und zur Abrundung des Tages in den Torndirrup National Park – wo wir aus dem Staunen nicht mehr rauskamen und auf ein paar “Giganten” trafen. Danach folgte die Suche nach unserer gebuchten Unterkunft und Entspannung im Whirlpool:

Nach dem tollen gratis Frühstück, das uns Tobias am Vortag noch rausgehandelt hatte, ging es erstmal rund um den See, der unserem Resort vorgelagert war. Wir kämpften uns sprichwörtlich durch den Wald, erfreuten uns eines schönen Wasserfalls und hatten einen tollen Blick auf unser Resort von der anderen Seite des Sees aus.

Danach machten wir uns auf den Weg zum ersten Stop des Tages: Mitten im Nirgendwo fanden wir nach einer aufregenden Fahrt über rote Sandpisten (nicht asphaltiert!) den Dave Evans Bicentennial Tree. Bäume wie dieser wurden früher von Rangern und Feuerwehrleuten benutzt, um auf die Spitze zu klettern und nach Waldbränden Ausschau zu halten. Natürlich gibt es dort keine richtigen Stufen oder Leitern rauf – nur Eisenstäbe, die spiralförmig in den Baum geschlagen wurden. Man klettert also wirklich rauf (siehe Fotos). Da wir – wie bei den meisten Sehenswürdigkeiten – auch hier ganz alleine waren, mussten wir nicht darauf achten, dass immer nur höchsten 6 Personen gleichzeitig den Baum besteigen.

Die erste Zwischenstation befindet sich auf 25m, die oberen dann auf 60 und 75m. Nur vom Raufschauen bekamen Christoph und ich ganz weiche Knie, während Tobias bereits mit dem “Aufstieg” begann. Mit Müh und Not schafften Christoph und ich es dann auch bis zur ersten Zwischenstation, Tobias wollte natürlich höher hinaus. Er beklomm den Baum bis zur oberen Station, die sich direkt im Baumwipfel befand. Seht selbst auf den Fotos, was für einen Ausblick man von dort oben hat (der von 25m war auch nicht schlecht ;-)). Zittrig wieder unten angekommen, konnte ich es gar nicht glauben, dass ich (bzw. wir alle) da hinaufgeklettert war(en) und hielt natürlich auch Tobias Abstieg mit der Videokamera fest. Die Bilder dazu gibt’s dann weiter unten.

Erst als sich unsere Knie nicht mehr wie Wackelpudding anfühlten, fuhren wir weiter zum nächsten Stop: dem Tree Top Walk und dem Ancient Empire Walk im Narnup National Park. Dort kann man ebenfalls zwischen den Baumwipfeln der Karribäume spazieren. Der Tree Top Walk ist ein etwa 600 m langer Brückenweg und an seiner höchsten Stelle 40 m vom Erdboden entfernt. Beim Ancient Empire Walk handelt es sich um einen Spaziergang am Boden durch die Karriwälder. Bei manchen Bäumen konnten man dazwischen durchgehen (siehe Foto).

Nächster Halt: William Bay National Park mit dem “Greens Pool” und den “Elephant Rocks”. Die Elephant Rocks sind riesige Steine am Strand, die tatsächlich wie eine Elefantenherde aussieht. Der Greens Pool ist sozusagen ein natürlicher Pool, das Wasser darin fast vollständig ruhig, da die Wellen von großen Felsformationen abgefangen werden.

Zur Krönung des Tages führte uns der heute Weg in den Torndirrup National Park, in dem sich “The Gap” und “The Natural Bridge” befinden. Dort lasen wir, dass Geologen herausgefunden hatten, dass an dieser Stelle einer der Abbruchstellen der jetzigen Antarktis ist. Im Urkontinent Gondwana waren also Australien und die Antarktis dort direkt miteinander verbunden. Der Antarktische Ozean hat hier mit seiner Kraft unglaubliche Felsformationen geschaffen, die wir euch natürlich auch nicht vorenthalten wollen.

Während wir von der Kraft der Wellen begeistert waren und die gigantischen Granitformationen bewunderten, entdeckten wir noch zwei weitere Giganten: zwei Wale schwammen entlang der Küste!

Nach Einbruch der Dämmerung begaben wir uns auf die Suche nach der gebuchten Unterkunft und waren anfangs etwas enttäuscht, als wir dort ankamen, da es von außen etwas schäbig aussah. Doch zu unserer Überraschung entpuppte sich die 2-Zimmer Unterkunft als ganz nett. Vor allem, als wir feststellten, dass das Badezimmer eine Überraschung für uns bereit hielt: eine Eckbadewanne mit Whirlpoolfunktion! Das hätten wir für diesen Preis wirklich nicht erwartet! So endete ein wunderschöner, sonniger Tag mit vielen überwältigenden Attraktionen auch noch mit einem wohltuhenden Bad.

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